Liebe Mitstreiter/innen,

ich möchte mich kurz persönlich vorstellen. Mein Name ist Hubert Stanka. 27 Jahre lang habe ich die Geschehnisse in Treuchtlingen als Redaktionsleiter beim Treuchtlinger Kurier beobachtet. War spannend und aufregend bis aufreibend. Nebenberuflich durfte ich zwei Firmen im Bereich Sportmanagement und Fahrzeugentwicklung mit aufbauen. Auch das war sehr spannend. Und jetzt möchte ich, da ich mich ein Stück weit von der beruflichen Front zurückziehe, meine Erfahrungen aus all dem gerne im Treuchtlinger Stadtrat einbringen.

Die letzten Wochen und Monate waren schon ein gutes Stück Arbeit. Für unsere drei Stadträte Klaus Fackler, Christian Früh und Dr. Manfred Kreß stand neben dem politischen Tagesgeschäft auch die Vorbereitung zur Kommunalwahl an. Wir haben schon etliche Abende miteinander verbracht.

Dabei unterscheiden wir uns bekanntlich komplett von den Parteilisten. Als unabhängige Wählervereinigung müssen wir uns immer wieder vor jeder Kommunalwahl neu zusammenfinden. Wir haben keine Parteistruktur im Hintergrund.

Was auf der einen Seite unser Selbstverständnis ist – nämlich parteiunabhängig zu agieren – ist im Wahlkampf natürlich ein gewisser Nachteil, weil hier Strukturen die Arbeit schon erleichtern würden.

Aber: Wir bleiben bei unserer Unabhängigkeit und setzen weiter auf unabhängige Sachpolitik unbeeinflusst von Parteiüberlegungen. Übrigens der Hauptgrund, weshalb wir uns von der Partei der Freien Wähler distanziert haben.

Also – schon einmal im Voraus vielen Dank an alle, die bei uns mitmachen, uns unterstützen und unsere Ideale mittragen.

Was wollen wir bei der Wahl im März erreichen?

Vorweg: Nach dem momentanen Stand stellen wir keinen Bürgermeisterkandidaten. Ich weiß sehr wohl, dass dies von vielen Bürgern gewünscht wäre. Findet sich hier im Raum vielleicht noch jemand? Würde uns sehr freuen.

Mir persönlich ist es eine Ehre, mich für unsere Stadt und ihre Bürger einzusetzen – ehrenamtlich. Eine Kandidatur zum Bürgermeisteramt macht nur Sinn, wenn man tatsächlich bereit ist, solch ein Amt hauptberuflich zu übernehmen. Und das bin zumindest ich aus verschiedenen Gründen momentan nicht. Das gehört eben auch zu der Ehrlichkeit, für die wir stehen.

Und dann sind wir bei unseren Wahl-Zielen. Wir wollen, dass im Treuchtlinger Stadtrat zwischen den beiden Partei-Blöcken nichts ohne uns geht. Wir wollen ein Regulativ der Stadtpolitik sein. Sachorientiert, objektiv, offen und ehrlich. Dabei aber auch kritisch.

Wir sind auch gerne bereit, zu moderieren, Gegensätze zusammenzubringen und möglichst zu überwinden.

Wir stehen für Transparenz. Hier gibt es größeren Handlungsbedarf in der künftigen Informationspolitik - übrigens nicht nur der Stadt Treuchtlingen, sondern allgemein. Politische Entscheidungen müssen den Bürgern erklärt werden. Bei wichtigen, die Stadtpolitik prägenden Dingen müssen sie mit einbezogen werden.

Wir verstehen die Aufgabenstellung, Treuchtlingen voran zu bringen als etwas, das in Teamarbeit am besten umzusetzen ist. Dieses Selbstverständnis werden wir versuchen, in der Stadtratsarbeit umzusetzen.

Hier möchte ich auch gleich ein paar Anmerkungen zu einigen aktuellen lokalpolitischen Themen loswerden. Die Themen Wasser und Schuhladen klammere ich hier bewusst wenn auch zähneknirschend aus. Aber zum Dettenheimer Lärmschutz möchte ich schon was sagen:

Wenn man mit einer Art politischen Erpressung versucht, eigene Versäumnisse zu reparieren, dann wirft das ein ganz spezielles Licht auf den Weißenburger Stadtrat, der mir mittlerweile vorkommt wie eine Horde Lemminge, die einem fehlgeleiteten Juristen über die Klippe folgt. Die Dettenheimer Bürger sollten wissen, dass man mit der rechtzeitigen Aufstellung eines entsprechenden Bebauungsplanes für Dettenheim westlich der alten B2 und/oder südlich der Dorfbebauung vor dem Bau der Ortsumfahrung das Thema Lärmschutz sprichwörtlich geräuschlos hätte vom Tisch bringen können. Dazu wäre allerdings seitens der Weißenburger Stadtführung ein kleines Stück Weitsicht und Einsatz nötig gewesen.

Das reicht zu Weißenburg. Mir ist eh nicht klar, wie man das ganze zerbrochene Porzellan, das da auf der Straße zwischen Weißenburg und Treuchtlingen liegt, irgendwann wieder kitten will.

Aber kein Schaden, wo kein Nutzen: Die Treuchtlinger Reihen sind zunehmend geschlossen.

Zum Hotelbau in Treuchtlingen: Es ist gut und uneingeschränkt zu begrüßen, wenn in Treuchtlingen ein Hotel gebaut werden soll, so wie kürzlich vorgestellt. Das ist zwingend für die weitere touristische Entwicklung der Stadt nötig. Ohne Wenn und Aber. Und es wäre ein echter Zündfunken. Ich hoffe inständig, dass das nicht nur eine dem Wahlkampf geschuldete Blase ist.

Noch nicht ganz im Reinen bin ich mit dem Markenbildungsprozess zum Thema Tourismus, der gerade auf den Weg gebracht wurde. Zwar geht auch das definitiv in die richtige Richtung.
Wer den Analysebericht von Project M quergelesen hat, dem fällt versteckt in der SWOT Analyse aber auf, wo eigentlich der Treuchtlinger Hase im Pfeffer begraben liegt.

Dort steht wörtlich:

  • keine klar definierten Geschäftsfelder
  • Scheu vor eindeutiger Positionierung
  • keine Zielgruppendefinition vorhanden
  • keine klare, allumfängliche Entscheidung

Das ist eigentlich eine ganz schöne Klatsche für den Stadtrat und beschreibt das eigentliche Treuchtlinger Problem. Und das trifft auf viele Entscheidungsfindungen der letzten Jahrzehnte zu - leider. Es fehlte immer wieder ein analytischer Blick aufs Ganze. Und die Diskussionen sind viel zu oft ins Kleinklein abgedriftet. Und man verließ sich meiner Ansicht nach zu oft auf vermeintliches externes Fachwissen.

Und ich möchte dazu noch was generelles loswerden. Wir – also die Bürger und der Stadtrat in Treuchtlingen – sind die Experten vor Ort. Wir dürfen uns nicht vor Entscheidungen drücken. Wenn wir gut miteinander diskutieren und uns vielleicht bei dieser Diskussion professionell begleiten lassen, dann ist mir eigentlich nicht bange, dass wir selber gute Lösungen finden.

Deshalb bin ich sehr gespannt, wie es hier weitergeht und ob die großen Räder wirklich gedreht werden. Wir von der UFW werden jedenfalls mit unseren Möglichkeiten helfen, diese Räder zu bewegen.

Noch etwas zum Thema Marke generell: Eine Marke ist eine Art Versprechen. Wenn man eine Marke aufbauen will, braucht man zunächst ein stimmiges Produkt (Uhu, Tempo), sonst kann das Ganze sehr schnell nach hinten losgehen.

Kleine Anekdote am Rande: Es gab vor etwa 20 Jahren schon einmal einen Markenbildungsversuch, als ein kettenrauchender, hochdekorierter Dr. Haumichtot aus der Metropolregion eine Art Marke für den Treuchtlinger Tourismus entwickelte: „Urlaub wie gestern in Treuchtlingen heute“. Ernsthaft. Und dann hat man sich gewundert, dass das ein Rohrkrepierer wurde.

Was ich damit sagen will? So etwas darf uns nicht mehr passieren. Wir müssen grundlegende Hausaufgaben erledigen, bevor wir eine schlüssige Marke gestalten können. Dazu gehören neben dem Tourismus unabdingbar die Themen Verkehr, Wirtschaft, Umwelt und Vieles andere mehr. Und nicht zuletzt darf man grundsätzlich nie vergessen, dass die Bürger, also die Menschen die hier leben, sich in Treuchtlingen auch wohlfühlen müssen.

Ich hoffe, dass der neue Stadtrat zu Beginn der neuen Legislatur in eine Art Konklave geht und gemeinsam so lange über die offenen Fragen der Stadt- und Tourismusentwicklung diskutiert, bis weißer Rauch aus dem Kamin steigt. Und an diesen dort getroffenen Beschlüssen sollte der Rat in seiner Gesamtheit dann festhalten – parteiübergreifend. Bei den Detaillösungen sollten dann die Bürger mit eingebunden werden, in moderierten Findungsprozessen.

Wir finden es sehr spannend, dass die von uns propagierten Hauptthemen der offenen Diskussion, Transparenz und Ehrlichkeit im aktuellen Wahlkampf auch von den beiden Parteien aufgegriffen werden. Man überbietet sich fast schon mit Initiativen dazu. Zuletzt die SPD mit dem Antrag zur Bürgerbeteiligungsplattform Consul. Das könnte vielleicht ein Instrument sein, wenn man es konsequent anwendet und professionell begleitet, was bei den bisherigen Bürgerbeteiligungsprozessen leider nicht immer der Fall war. Aber auch hier hoffe ich, dass es nicht nur ein Wahlkampf-Ballon ist.

Vor allem: Warum wird Bürgerengagement in der Praxis oftmals eben nicht entsprechend gewürdigt?

Bei diesem Punkt sind wir beim Thema Dörfer und Gerechtigkeit. Hier ist mit den Händen zu greifen, das die Bedürfnisse der verschiedenen Dorfgemeinschaften leider nicht immer gleichbehandelt werden. Das, was beispielsweise in Graben, in Windischhausen und in Schambach gut gelaufen ist, muss auch anderen Dorfgemeinschaften ermöglicht werden, wenn es dort gewünscht ist. Vor diesem Hintergrund – das ist meine persönliche Meinung – ist nur schwer nachvollziehbar, dass z.B. die Bubenheimer ihre alte Schule selber kaufen mussten oder dass in Möhren das alte Rathaus als potenzieller Treffpunkt dahindarbt. Und hier geht es ja erst mal gar nicht um große Summen, sondern um Anerkennung und Unterstützung von Bürgerengagement.

Es wird leider immer wieder nicht verstanden, dass Dörfer nicht nur beliebige Ortsteile sind, sondern gewachsene Sozialgefüge. Man kann sie nicht mit Neubaugebieten vergleichen. Wenn man den Dörfern ihre Identität nimmt, neben Schulen und Kindergärten auch die Wirtschaften, dann muss man als politisch Verantwortlicher doch glücklich sein, wenn sich eine Dorfgemeinschaft auf den Weg macht und Weichen für ein lebenswertes Dorf stellt. Das ist eine sehr ehrenwerte Aufgabe.

So, jetzt komme ich zum Schluss und wieder zum Anfang.

Um es klar zu sagen:

Wir wollen keine Oppositionskraft sein.

Wir wollen gestalten, gemeinsam und über Parteigrenzen hinweg mit allen proaktiven Kräften in Treuchtlingen.

Sachlich, bürgerfreundlich, mutig und auf Basis von Fakten.

Dazu brauchen wir Unterstützung und möglichst viele Wählerstimmen, um möglichst viele unserer Kandidatinnen und Kandidaten in den Stadtrat zu bringen.

Ich freue mich auf die kommenden spannenden Wochen und Monate.

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