30.11.2025: Rede zur Ehrenamtsehrung 2025 der Stadt Treuchtlingen. 

Liebe Ehrengäste,

dieses Jahr ist es an der Zeit, beim Ehrenamtsabend auch einen Blick zurückzuwerfen.

Seit dem Jahr 2000, das als Jahr des Ehrenamtes deklariert war, gibt es diese Ehrung in Treuchtlingen, also seit 25 Jahren.

Damals stellten wir uns beim Treuchtlinger Kurier (damals Redaktionsleiter) die Frage, wie wir dem überaus großen ehrenamtlichen Engagement in unserer Stadt gerecht werden können und wie wir Vorbilder sichtbar machen können. Wir sprachen damals mit Bürgermeister Wolfgang Herrmann und gestalteten daraus eine Kooperation zwischen Stadt und Tageszeitung. Die Stadt suchte Personen aus, die Zeitung veröffentlichte und kümmerte sich um den Empfang.

Damals war der Ansatz, vor allem diejenigen in den Vordergrund zu stellen, die sonst eher im Hintergrund wirken; also der Platzwart, der seit Jahrzehnten am Sportplatz den Rasen mäht, die Küsterin, die viele Jahre die Kirche pflegt oder die Dame, die seit Jahren selbstlos einen Besuchsdienst im Pflegheim unterhält.

Damals hieß das „Die Zwölf des Jahres“ und wurde als Serie im TK veröffentlicht.

Im Lauf der Jahre hat sich das gewandelt. Es wurde daraus die Ehrenamtsehrung, die wir heute einmal mehr feiern. Am Hintergrund hat sich wenig geändert. Es geht um das ehrenamtliche Engagement und eine öffentliche Würdigung dieses Engagements.

Es ist an der Zeit, dies noch höher einzuordnen als vor 25 Jahren!

Denn der gesellschaftliche Geist hat sich im letzten Vierteljahrhundert deutlich gewandelt, leider nicht zum Positiven. Es gibt deutlich weniger Menschen, die noch bereit sind, sich zu engagieren. Das gesellschaftliche Klima ist angespannter. Die Sozialen Medien und deren negative Auswüchse lassen grüßen.

Insofern sind SIE heute ein noch größeres Vorbild als früher. Dafür ist IHNEN nicht genug zu danken. Und man muss all denen, die immer nur kritisieren und alles schlecht reden, SIE noch mehr als positive Beispiele für ein gutes Miteinander nahebringen.

Insofern vielen, vielen Dank IHNEN und auch dem Treuchtlinger Kurier bzw. dem Weißenburger Tagblatt, dass diese Würdigung auch nach der Übernahme des Verlages weiterhin stattfinden kann.

Erlauben Sie mir noch ein Wort zur aktuellen Politik in unserer Stadt. Derzeit ist Wahlkampf. Unsere Demokratie muss sich beweisen. In Treuchtlingen gehen die etablierten Gruppierungen achtsam und respektvoll miteinander um. Leider ist das in der Öffentlichkeit nicht immer so. Es gibt verbale Angriffe und Herabwürdigungen von Mandatsträgern.

Dabei muss man eines feststellen: Auch die Gemeinderäte, Ortssprecher und Stadträte sind rein ehrenamtlich tätig. Sie werden in der Regel nirgendwo geehrt. Allerdings – und da spreche ich wohl für den gesamten Treuchtlinger Stadtrat – erwarten ehrenamtliche Mandatsträger auch Respekt von den Bürgern. Wenn dieser fehlt – wer soll diesen zeitraubenden Job dann noch erledigen?

Für Unflätigkeiten, Herabwürdigungen und Beleidigungen gibt es keine Entschuldigung. Meist kommen diese von Personen, die noch nie etwas für die Gesellschaft getan haben.

Das soll jetzt aber genug der mahnenden Worte sein, die ausdrücklich nicht an SIE gerichtet sind, sondern an die Öffentlichkeit.

SIE sind unsere Vorbilder, IHNEN ist zu danken. Machen Sie weiter im Sinne eines guten Miteinanders zum Wohl unserer Stadt.

Hubert Stanka, 3. Bgm.

Nach oben scrollen